Re: - Die etwas andere Versicherung gegen Spam
> > Emails und Vertraulichkeit ist so eine Sache. Vertrauliche
> > Postkarten?
> Auch Postkarten darf man beim Nachbarn nicht einfach aus dem Kasten
> nehmen oder unterschlagen.
> Klar kann der Postbote mitlesen. Aber mit nach Hause nehmen darf er
> die Karten nicht und auch nicht ins Fernsehn bringen. Er darf sie
> auch nicht einfach wegwerfen.
Yep.
Kommt nur auch im realen Leben vor, wie die Zustellerin die eine
Kleinbusladung Post nicht auslieferte, allerdings steht hinter einer
Zustellerin auch kein Juristenbatallion und natürlich auch nicht mit
staatlichem Segen.
> > Leider wurde bei der Erfindung der Email der elektronische Umschlag
> > vergessen. Und wer findet heute schon einen Kommunikationspartner mit
> > dem man konsequent per PGP/GPG mailt ?
> Meine Heise-PGP-Schlüssel lauten auf die Adressen, die ich wegen dem
> Prozeß abgeben mußte. Insofern kann ich den ganzen PGP-Krempel eh in
> die Tonne treten.
Schlüsselpaare lassen sich zum einen mit begrenzter Gültigkeit
versehen und zum anderen kann man sie auch widerrufen und neue
Schlüsselpaare erstellen. Man kann bei GPG auch die Identität
beliebig ändern.
Ich frag mich allerdings warum ein Schlüsselpaar überhaupt mit einer
Email-Adresse personalisiert werden muss und warum es nicht ohne oder
auch mit einer Webadresse geht.
Das Problem ist viel mehr, dass es noch ziemlich umständlich zu
handhaben ist. Es gibt zig verschiedene Verschlüsselungsprogramme und
-algorithmen, jeder UA baut es anders ein, wenn überhaupt und zu
guter letzt können sich die Leute nicht an das “Aufreissen” der Mail
mit Passwort gewöhnen.
> Und die Staatsanwaltschaft Köln (wo auch sonst?)
> hat gerade entschieden, daß das Unterschlagen von E-Mail, weil nix
> Körperliches, im Gegensatz zu Papierpost völlig ok ist.
… wogegen man klagen müsste, was wieder teuer wird und vor Gericht
und auf hoher See …
> > Ich hab ja vollstes Verständnis, dass du von eigenen Domainnamen auf
> > ewig die Nase voll hast. Das liegt aber nicht in der Natur der
> > Domains
> Nee, nur in dem Moment, wo man einen Provider nutzt, ist man immer
> dem ausgeliefert. Ob mir ein mißgelaunter Mann dort den Account
> abstellt (bei Compuserve erlebt) oder ein anderer einfach meinen
In dieser Hinsicht habe ich zwar auch schon einiges erlebt, aber
derart kriminell sind meine Domain-Provider noch nie gewesen.
Vollkommen unabhängig mit totaler Kontrolle und ohne ein
Restvertrauen mit einem Unsicherheitsfaktor geht es wohl nicht im
Netz. Skeptisch und misstrauisch kann man bis zu einem gewissen
subjektiven Punkt sein, ab da wird man sonst paranoid.
> Account über Nacht einem Chinesen in Los Angeles gibt, der sich dann
> auf meinen Mailinglisten über die blöden deutschen Mails beschwert,
> die er bekommt, bis die Leute empört bei mir anrufen, was der Sch****
> soll.
Wie gesagt technisch funktioniert’s, aber was die kommunikative
Handhabung betrifft noch sehr verbesserungsbedürftig. Insbesondere
was worst-case und Krisenszenarien betrifft hat das mit der Zunahme
der allgemeinen sozialen Bedeutung des Internet nicht Schritt
gehalten.
> Und demgegenüber waren web.de und gmx bislang wirklich zuverlässiger
> als alle anderen Provider. Ich habe auch bei beiden inzwischen
> bezahlte Accounts. Warum sollten dann grad die Adressen verkaufen,
> wie hier behauptet wurde?
Von meinen Webmail-Providern (andere als die genannten) kann ich auch
nicht bestätigen, dass sie unzuverlässig wären.
Es gibt immer wieder Gerüchte, dass mit Kundendaten gehandelt würde.
Man kann das aber mit dem Place d’etoile Trick aus “Ripoux contre
Ripoux” persönlich überprüfen, ob und wer Informationen weitergibt.
Einfach einen Testaccount mit spezifischen Indikator-Daten
einrichten, der nur zu diesem Zweck verwendet wird und abwarten.
> > Was persönliche Emails bei feindlich übernommen Domains betrifft: Es
> > gibt leider (noch) keine Treuhandstelle für Domains, die wenigstens
> > diese Kommunikationsbrisanz entschärft und eine geregelte Übernahme
> > gewährleistet, ist aber eigentlich unbedingt notwendig.
> Ein wahres Wort. Leider kapieren weder Politiker noch Juristen, wo
> das Problem liegt. Bzw. es ist wichtiger, eine Marke mit wenigen
> Stunden Frist zu verteidigen als Mails. Als ob eine Marke irgendwie
> reeller wäre als E-Mail. Ist doch ein viel virtuellerer Wert.
summum ius summa iniuria